Einzugstag. Die Kartons stehen noch überall, man hat gerade die wichtigsten Dinge ausgepackt – und als erstes natürlich den Router. Stecker rein, Kabel an die Wand, kurz warten. Rote LED. Kein Internet.
Das ist eine der frustrierendsten Varianten des roten Lichts, weil man in diesem Moment besonders auf eine funktionierende Verbindung angewiesen ist. Und weil die Ursache oft gar nichts mit dem Router selbst zu tun hat.
Warum nach einem Umzug das Internet nicht sofort geht
Ein Internetanschluss ist keine Steckdose. Er muss vom Anbieter für die neue Adresse freigeschaltet werden – und das passiert nicht automatisch in dem Moment, in dem man den Stecker einsteckt.
Bei einem Anbieterwechsel mit neuem Vertrag ist der Freischalttermin in der Regel vertraglich festgelegt. Man bekommt ihn mitgeteilt, und bis zu diesem Datum ist am neuen Standort schlicht kein Signal vorhanden. Der Router kann sich noch so gut anstellen – wenn die Leitung nicht aktiviert ist, findet er nichts.
Auch bei Umzügen innerhalb desselben Anbieters dauert die Umschaltung manchmal einen oder mehrere Tage. Das Datum wird vorab kommuniziert, geht im Umzugsstress aber gerne unter.
Was wenn der Freischalttermin eigentlich erreicht ist
Manchmal läuft die Aktivierung trotzdem nicht pünktlich. Das kommt vor – besonders wenn es sich um einen älteren Anschluss handelt, der erst technisch überprüft werden muss, oder wenn in der Leitung zum neuen Anschluss noch Arbeiten nötig sind.
In diesem Fall hilft warten allein nicht. Ein Anruf beim Anbieter ist dann sinnvoll, um den Status der Freischaltung zu erfragen und gegebenenfalls nachzuhaken.
Was man selbst prüfen kann
Bevor man den Anbieter anruft, lohnt ein kurzer Check der naheliegenden Dinge.
Sitzt das Kabel richtig? Bei einem Umzug werden Kabel oft durch die Wohnung gezogen, neu verlegt, manchmal mit neuen Verbindungsstücken versehen. Ein locker sitzender Stecker an der Wanddose oder am Router kann das Signal komplett unterbrechen – auch wenn die Leitung selbst aktiv ist.
Ist die Telefondose die richtige? In manchen Wohnungen gibt es mehrere Anschlussdosen, aber nur eine ist aktiv. Das DSL-Kabel muss an der richtigen Dose hängen – meistens die, die vom Vermieter oder vom vorigen Mieter genutzt wurde.
Beim Kabelanschluss: Ist das Koaxkabel richtig eingeschraubt? Und ist der Anschluss in der neuen Wohnung für Kabelinternet freigeschaltet – oder nur für Kabelfernsehen? Das ist ein häufiger Stolperstein bei Vodafone-Kunden, da Kabelfernsehen und Kabelinternet getrennte Freischaltungen erfordern können.
Wenn der Router mit an den alten Standort gebundenen Einstellungen kämpft
Wer die eigene Fritzbox oder ein anderes selbst konfiguriertes Gerät mitgenommen hat, sollte prüfen, ob die gespeicherten Zugangsdaten noch stimmen. Bei manchen Konstellationen – zum Beispiel wenn der Anbieter beim Umzug gewechselt wird – müssen die Zugangsdaten im Router neu eingegeben werden. Das erledigt man über die Router-Oberfläche, die auch ohne aktive Internetverbindung erreichbar ist.
Wer dagegen ein vom Anbieter gestelltes Gerät nutzt und dieses mitgenommen hat: Manche Anbieter-Router konfigurieren sich am neuen Standort automatisch neu, sobald die Leitung freigeschaltet ist. Andere brauchen einen manuellen Anstoß. Im Zweifel hilft ein kurzer Neustart nach der Freischaltung.
Die ehrlichste Einschätzung
Ein roter Router am Einzugstag ist meistens kein Problem des Geräts. Es ist ein Problem des Zeitpunkts. Wer den Freischalttermin kennt und wartet, hat in den meisten Fällen nach einigen Stunden oder spätestens am nächsten Tag Internet. Wer unsicher ist, ob die Freischaltung überhaupt läuft, sollte den Anbieter kontaktieren – am besten über das Mobilfunknetz, bevor die Frustration zu groß wird.
