Das Gewitter ist vorbei, der Regen trommelt noch gegen die Scheiben – und dann fällt der Blick auf den Router. Rotes Licht. Kein Internet. Ein Moment, den viele kennen, der aber trotzdem jedes Mal kurz für Unbehagen sorgt. Denn nach einem Gewitter ist die Frage nicht nur „wie bekomme ich das Internet wieder“, sondern auch: Hat das Gerät etwas abbekommen?
Die Antwort ist meistens beruhigend. Aber es gibt Ausnahmen – und die erkennt man, wenn man weiß, wonach man schauen muss.
Warum Gewitter Router beeinflussen können
Ein Blitzeinschlag in der Nähe erzeugt elektromagnetische Impulse, die sich über Stromleitungen, Telefonleitungen und Koaxkabel fortpflanzen. Selbst wenn der Blitz nicht direkt einschlägt, können diese Impulse – Überspannungen – kurz durch die Leitung laufen und empfindliche Elektronik beeinflussen.
Moderne Router sind bis zu einem gewissen Grad gegen solche Impulse geschützt. Aber „bis zu einem gewissen Grad“ ist die entscheidende Einschränkung. Ein starkes Gewitter in unmittelbarer Nähe, ein direkter Einschlag in die Freileitung oder ein Blitz über das Koaxkabel – das kann auch einem gut gebauten Gerät schaden.
Häufiger als ein echter Hardwareschaden ist aber ein anderes Szenario: Die Leitung selbst hat kurz eine Störung, der Anbieter muss nachregeln, und der Router zeigt das durch sein rotes Licht an. Das Gerät ist in Ordnung – es bekommt nur kein Signal.
Was man als erstes prüfen sollte
Bevor man irgendwelche Schlüsse zieht, lohnt der Neustart. Kabel aus der Steckdose, fünf Minuten warten, wieder anstecken. Wenn der Router nach dem Gewitter einfach nur kurz die Verbindung verloren hat – was häufig passiert – reicht das oft schon.
Parallel dazu: Alle Kabel einmal kurz prüfen. Nicht weil ein Gewitter die Stecker lockert, sondern weil es eine gute Gelegenheit ist, den Zustand der Leitungen zu begutachten. Gibt es sichtbare Schäden am Koaxkabel oder am DSL-Kabel? Sind die Stecker fest? Riecht irgendwo etwas nach Hitze oder verbranntem Kunststoff?
Wenn das Netzteil des Routers oder der Router selbst ungewöhnlich warm ist, sollte man das Gerät lieber ausgesteckt lassen und nicht wieder einschalten, bis man sicher ist, dass kein Defekt vorliegt.
Woran man einen echten Überspannungsschaden erkennt
Ein Router, der durch Überspannung beschädigt wurde, verhält sich anders als einer, der nur kurz kein Signal hat. Typische Anzeichen:
Das Gerät startet gar nicht mehr – keine LED, keine Reaktion. Oder es startet, aber einzelne LEDs verhalten sich chaotisch und unregelmäßig, ohne in einen stabilen Zustand zu kommen. Manchmal läuft das Gerät kurz an und schaltet sich dann wieder ab. In manchen Fällen riecht das Gerät oder das Netzteil leicht verbrannt.
Wenn keines dieser Zeichen zutrifft – der Router läuft normal, blinkt nur rot – dann ist der Schaden unwahrscheinlich. Dann liegt das Problem fast sicher bei der Leitung oder beim Anbieter.
Was passiert auf der Leitungsseite nach einem Gewitter
Gewitter belasten das Leitungsnetz. Besonders in Gebieten mit Freileitungen kann es nach starkem Unwetter zu kurzzeitigen Störungen kommen, die der Anbieter beheben muss. Das dauert manchmal Minuten, manchmal Stunden. Der Router selbst kann dabei gar nichts tun – er wartet schlicht auf ein Signal, das noch nicht da ist.
Wer auf der Störungsseite des Anbieters eine aktive Meldung findet, hat damit die Bestätigung: Das Gerät ist in Ordnung, es ist die Leitung. Dann heißt es abwarten.
Wer nach einem Gewitter häufiger mit solchen Ausfällen zu kämpfen hat, findet einen praktischen Hinweis unter Überspannungsschutz für den Router – dort geht es darum, ob und wie man das Gerät besser schützen kann.
Wenn der Router nach dem Gewitter dauerhaft rot bleibt
Wenn Neustart und Kabelprüfung nichts bringen und auch keine Störung beim Anbieter gemeldet ist – dann ist ein Defekt am Gerät oder an der Hausleitung möglich. In diesem Fall ist ein Anruf beim Anbieter der richtige nächste Schritt. Die können von ihrer Seite prüfen, ob das Signal überhaupt die Hausleitung erreicht.
Ob das Gerät dann wirklich kaputt ist oder ob der Fehler in der Zuleitung liegt, lässt sich von zu Hause aus meist nicht abschließend klären. Das ist dann ein Fall für den Techniker.
